Naturkatastrophen: Bernd, Elvira und Sabine – wenn aus Namen Schlagzeilen werden

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Natkat; Foto: Adobe/VVO

Seit dem Jahr 1954 vergibt die Freie Universität Berlin die Namen für Hoch- und Tiefdruckgebiete, die das Wetter in Mitteleuropa beeinflussen. Wetterdienste und Medien veröffentlichen diese Namen, die sodann auch auf zahlreichen Wetterkarten Abbildung finden. Begonnen wird am Jahresbeginn mit „A“, fortgeführt in alphabetischer Reihenfolge.

Seit den 1990er Jahren, als ungewöhnlich viele und starke Stürme und Orkantiefs wie „Vivian“ und „Wiebke“ über Deutschland hinwegtobten, wurde diese Praxis der Namensgebung auch international in den Medien zum Standard.

Es hat sich jedoch leider gezeigt, dass etliche dieser Namen von (Tief-)Druckgebieten zu trauriger Berühmtheit gelangt sind, da sie enorme Schäden und Verwüstungen verursachten. Diese extremen Wetterphänomene nahmen nicht nur weltweit – auch in Österreich – in den letzten Jahren dramatisch zu. Hinzu kommt, dass diese Risiken noch immer stark unterschätzt werden, wobei die Ereignisse der letzten Jahre bestätigen, dass Österreich von Extremwetterereignissen bzw. Naturkatastrophen durchaus nicht verschont bleibt. Gefährdet sind dabei nicht nur einzelne Regionen, sondern alle Bundesländer. Es handelt sich zudem leider nicht mehr um Jahresphänomene, vielmehr ist hier ein langfristiger Trend in der Zunahme von Extremwetterereignissen klar feststellbar.

Die österreichische Versicherungswirtschaft weist seit vielen Jahren bereits daraufhin, dass eine flächendeckende Versicherbarkeit von Naturgefahren nur dann möglich ist, wenn auch die Politik ihren Beitrag hierzu leistet.

Die österreichischen Versicherungen sind jedoch bestens vorbereitet, Schäden aus Extremwetterereignissen schnell und kompetent abzuwickeln. Um die Versicherbarkeit von Naturgefahren in Österreich in Zukunft allerdings flächendeckend gewährleisten zu können, bedarf es dringend noch weiterer politischer Schritte, um die rechtlichen Rahmenbedingungen zur Verfügung stellen zu können.