KFV Direktor Othmar Thann über Cyberrisiken in der Krise

17

Für Cyberkriminelle ist die Corona-Pandemie wie Ostern und Weihnachten zugleich, erklärt Dr. Othmar Thann, Direktor des Kuratorium für Verkehrssicherheit im Interview.

Dr. Thann, warum boomt Cybercrime gerade jetzt?
Cyberkriminelle nutzen natürlich gerade in Zeiten wie diesen die Verunsicherung vieler Menschen aus. Es ist leichter über vermeintlich sichere Covid­19 Informa- tionswebseiten z.B. Schadsoftware zu verbreiten. Auch betrügerische Angebote zu „Schnäppchen“ aus dem Gesundheitsbereich tauchen im Netz auf.

Waren solche Probleme absehbar, hätte man sich besser schützen können?
Ganz so leicht ist diese Frage nicht zu beantworten. In dieser Situation musste alles sehr schnell gehen – und daher konnten sich viele bezüglich Teleworking nicht zu 100 Prozent auf die neue Situation und auf die dadurch entstehenden Risiken sowohl im privaten als auch im beruflichen Sektor vorbereiten. KFV­-Studien zeigen aber schon länger, dass Privathaushalte wie auch z.B. KMUs relativ schlecht auf Cybercrime vorbereitet sind. Hier besteht Aufholbedarf, denn oft genügen schon ein paar einfache Dinge, um sich dagegen zu wappnen. Fehlendes Risikobewusstsein spiegelt sich hier oft im Arbeitsalltag wider: So werden laut KFV­ Studie verdächtige Mails zwar gelöscht und Computer­-Updates durchgeführt, doch darüber hin-ausgehende Maßnahmen wie z.B. der Besuch von Schulungen werden in KMUs sehr selten durchgeführt. Gerade jetzt gilt umso mehr, den Hausverstand nutzen und seine Computersysteme gezielt abzusichern.