Die österreichische Versicherungswirtschaft: Die vorläufigen Zahlen 2019 und eine erste Prognose 2020

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Die österreichische Versicherungswirtschaft: Die vorläufigen Zahlen 2019 und eine erste Prognose 2020, Fotocredits; AdobeStock/VVO

Die österreichische Versicherungswirtschaft hat 2019 einmal mehr bewiesen, dass sie mit ihrer Stärke und Stabilität ein wichtiger Faktor des österreichischen Wirtschaftssystems ist. „Über 50 Millionen aufrechte Verträge haben Herr und Frau Österreicher bei heimischen Versicherungen abgeschlossen und konnten davon auch nachhaltig profitieren“, sagte heute Mag. Kurt Svoboda, Präsident des österreichischen Versicherungsverbandes VVO bei der Rückschau auf das Versicherungsjahr 2019. „Kundinnen und Kunden bekamen 14,9 Milliarden Euro an Leistungen aus ihren Verträgen ausbezahlt. Sei es aus Lebensversicherungen, aus einer privaten Krankenversicherung oder als Wiedergutmachung für entstandene Schäden.“ Versicherungen sind auch ein wichtiger Arbeitgeber mit rund 60.000 Mitarbeitern und wirken sich stabilisierend auf die Finanzmärkte aus, da sie Vermögenswerte von über 110 Milliarden Euro in Staatsanleihen, Immobilien, Beteiligungen oder Aktien investiert haben.

„Erste Berechnungen zeigen für das Geschäftsjahr 2019 sowohl in der Kranken-versicherung wie auch in der Schaden-Unfallversicherung ein Prämienwachstum, in der Lebensversicherung jedoch einen Rückgang der Prämienentwicklung. Insgesamt vermerkt die österreichische Versicherungswirtschaft im vergangenen Jahr ein Wachstum der Prämieneinnahmen um 2,1 Prozent auf 17,7 Milliarden Euro“, so
Dr. Louis Norman-Audenhove, Generalsekretär VVO.

Lebensversicherung
Mit einem Rückgang von 2,2 Prozent beläuft sich das Prämienvolumen der Lebensversicherung 2019 auf rund 5,5 Milliarden Euro. Die laufenden Prämien sanken mit einem Aufkommen von 4,8 Milliarden Euro um 1,9 Prozent. Bei der prämienbegünstigten Zukunftsvorsorge bestehen bei den heimischen Versicherungsunternehmen rund 1,1 Millionen Verträge, das Prämienvolumen daraus beläuft sich auf rund 0,8 Milliarden Euro. Die Einmalerläge verzeichneten mit einem Prämienvolumen von 0,7 Milliarden Euro ein Minus von 4,6 Prozent. Insgesamt wurden im abgelaufenen Geschäftsjahr 7,3 Milliarden Euro, das entspricht einem Wachstum von 9,9 Prozent, an die Kundinnen und Kunden der Lebensversicherung ausgezahlt (nicht erfasst sind die Zuführungen zu Rückstellungen für künftige Leistungen bzw. Gewinnbeteiligungen).

Im Jahr 2020 dürfte die Lebensversicherung nach ersten Prognosen Prämieneinnahmen von rund 5,4 Milliarden Euro (rund -1,6 Prozent) verzeichnen.

Krankenversicherung
Die private Krankenversicherung versteht sich in Österreich als komplementärer Partner der gesetzlichen Krankenversicherung. Über die Sonderklassehonorare trägt sie wesentlich zum Erhalt erstklassiger Medizin für alle Österreicherinnen und Österreicher bei. Damit wird ein entscheidender Beitrag zur Qualität des heimischen Gesundheitssystems geleistet. Für 2019 weist die private Krankenversicherung ein voraussichtliches Plus von 3,8 Prozent mit einem Gesamtprämienvolumen von
2,3 Milliarden Euro auf. Die Leistungen nahmen um 4,6 Prozent auf 1,5 Milliarden Euro zu (nicht erfasst sind die Zuführungen zu Rückstellungen für künftige Leistungen bzw. Gewinnbeteiligungen).

Eine erste Prognose weist für die Krankenversicherung 2020 ein Prämienwachstum von rund 3,5 Prozent auf ca. 2,4 Milliarden Euro aus.

Schaden-Unfallversicherung
Das Prämienvolumen der Schaden-Unfallversicherung (inklusive Kfz-Haftpflicht-versicherung) wuchs 2019 auf 9,9 Milliarden Euro an und zeigt somit eine Steigerung von 4,2 Prozent.

Die Leistungen in der Schaden-Unfallversicherung liegen mit 6,1 Milliarden Euro auch im Jahr 2019 auf hohem Niveau. Im Vergleich zum Vorjahr stiegen die Leistungen in der Schaden-Unfallversicherung um 3,7 Prozent.

Für 2020 wird ein Prämienwachstum der Schaden-Unfallversicherung um ca. 3,5 Prozent auf rund 10,2 Milliarden Euro prognostiziert.

Ausblick auf 2020
Nach vorläufigen, ersten Prognosen wird das Gesamtprämienaufkommen 2020 um etwa 1,9 Prozent auf rund 18,0 Milliarden Euro steigen, so abschließend Kurt Svoboda.