Österreich wird älter, aber nicht gesünder!

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Obwohl die Lebenserwartung steigt, bedeutet das leider nicht, dass alle Menschen ihre Zeit in der Pension gesund verbringen können.
Ein Leben in Gesundheit ab der Geburt können Frauen im EU-Durchschnitt für 64,2 Jahre erwarten, Männer für 63,5 Jahre. Ein Ausbau der steuerlichen Anreize würde die notwendige individuelle Risikovorsorge für die Österreicherinnen und Österreicher fördern.

750.000 pflegebedürftige Menschen im Jahr 2050

Im Jahr 2050 werden 750.000 Personen Pflege benötigen. Aktuell beziehen knapp 460.000 Österreicherinnen und Österreicher staatliches Pflegegeld. Die Zahl der pflegegeldbeziehenden Frauen war mit über 291.000 im Jahr 2017 fast doppelt so hoch wie jener der Männer, die sich 2017 auf mehr als 167.000 belief (Statistik Austria).

In der Regel übernehmen vor allem die 50- bis 64-Jährigen einen Großteil der informellen Pflegeleistungen. Während 2015 auf 100 Personen, die zwischen 50 und 64 Jahre sind, rund 12 Personen mit mehr als 85 Jahren entfielen, wird sich diese intergenerationelle Unterstützungsrate bis 2040 fast verdoppeln und bis 2075 auf 41,8 anwachsen. Das heißt, dass 2075 auf 100 50- bis 64-Jährige voraussichtlich 41,8 Personen entfallen, die älter als 85 Jahre sind. Dieses Maß zeigt deutlich, dass sich die Kapazität der informellen Pflege drastisch reduzieren wird.

Die Organisation der Pflege steht vor großen organisatorischen und finanziellen Herausforderungen. Der Staat gibt bereits jetzt rund 5 Mrd. pro Jahr für Pflegeleistungen aus. Mit einer privaten Pflegeversicherung kann zumindest ein finanzieller Beitrag für eine zukunftsorientierte Lösung der so wichtigen Pflegevorsorge geleistet werden.

330 Minuten pro Tag länger leben

Die Lebenserwartung stieg EU-weit zwischen 2002 und 2015 um 330 Minuten pro Tag. Auch Österreich wird immer älter. Für österreichische Männer liegt die Lebenserwartung bei der Geburt im Jahr 2017 bei 79,3 Jahre. Das sind 2 Jahre mehr als noch 2007. Bei den Frauen stieg die Lebenserwartung bei der Geburt zwischen 2007 und 2017 um 1,1 Jahre auf mittlerweile 83,9 Jahre. Und die Lebenserwartung steigt aktuell weiter, nämlich alle vier Jahre um ein Jahr. Dadurch erhöht sich auch die Dauer der Pension. Verbrachten Männer im Jahr 1970 noch durchschnittlich 13,7 Jahre und Frauen 18,5 Jahre in Pension, stieg die Pensionsdauer bis 2016 auf 21,5 Jahre für Männer und 26,7 Jahre für Frauen (Agenda Austria).

Die österreichische Versicherungswirtschaft kann die langfristige individuelle Lebensplanung absichern und einen erheblichen Beitrag zur Entlastung der staatlichen Vorsorge leisten. Lebensversicherungsprodukte können somit einen soliden Baustein in Ergänzung zur staatlichen Versorgung zur Absicherung von Risiken darstellen. Im Zuge der Steuerreform sollten daher steuerliche Anreizsysteme geschaffen werden, um die individuelle Risikovorsorge für die Österreicherinnen und Österreicher nachhaltig zu gewährleisten.