Erdbeben in Österreich im Jahr 2021

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Erdbeben in Österreich im Jahr 2021; Foto: Adobe/VVO

Im Jahr 2021 wurden mit dem Stationsnetz des Erdbebendienstes der Zentralanstalt für Meteorologie (ZAMG) rund 12.600 weltweite seismische Ereignisse registriert. Mehr als 1.600 Erdbeben wurden in Österreich lokalisiert, davon konnten 95 von der Bevölkerung verspürt werden. Außerdem wurden elf Erdbeben aus dem benachbarten Ausland in Österreich wahrgenommen.

Foto: ZAMG

Die Karte zeigt die Epizentralintensitäten aller österreichischen Erdbeben, die von der Bevölkerung im Jahr 2021 verspürt wurden. Bei Erdbeben mit Epizentrum im Ausland wird die in Österreich maximal erreichte Intensität angegeben. Zusätzlich sind die Epizentren der instrumentell registrierten Erdbeben dargestellt (graue Symbole). Die Epizentren im Raum Sisak-Petrinja, Kroatien, sind im Kartenausschnitt nicht enthalten.

Rekord an spürbaren Erdbeben, leichte Schäden an Gebäuden

Mit insgesamt 106 Ereignissen gab es 2021 in Österreich einen Rekord an verspürten Erdbeben. Der Durchschnitt liegt bei 51 spürbaren Beben pro Jahr im Zeitraum 2000 bis 2021. Besonders häufig bebte es in den Bundesländern Niederösterreich, Steiermark und Kärnten. Ein kräftiges Erdbeben im Raum Admont, Steiermark, und zwei Beben bei Neunkirchen, Niederösterreich, waren die stärksten Erdbeben des Jahres. Sie verursachten viele leichte Schäden an Gebäuden, auch mäßige Schäden wie Mauerrisse, wurden gemeldet.

Die Zahl instrumentell registrierter Erdbeben in Österreich hat mit 1.618 ebenfalls einen neuen Rekordwert erreicht. Denn neben dem erhöhten Erdbebenaufkommen wird das Erdbebenmessnetz durch die ZAMG kontinuierlich erweitert und verdichtet auch im Rahmen von Kooperationen mit Nachbarländern.

Die meisten Erdbeben in Niederösterreich

Im Jahr 2021 nimmt Niederösterreich mit 35 gefühlten Beben den ersten Platz unter den Bundesländern ein. Das ist auf eine Erdbebenserie im südlichen Wiener Becken im März und April zurückzuführen. Es wurden mehrere starke und viele schwächere Nachbeben verspürt, deren Epizentren im Gebiet zwischen Gloggnitz und Wiener Neustadt lagen. Ebenfalls deutlich über dem Durchschnitt lag die seismische Aktivität im vergangenen Jahr in der Steiermark mit 23 und in Kärnten mit 15 fühlbaren Erdbeben. Auch in Tirol ereigneten sich 15 verspürte Beben, in Oberösterreich drei, in Vorarlberg zwei und in Salzburg und im Burgenland je eines. Aus dem Ausland wurden im vergangenen Jahr elf Beben in Österreich wahrgenommen, davon waren fünf aus Kroatien, jeweils zwei aus Ungarn und Italien und je eines aus Deutschland und Slowenien.

Die hohe Anzahl an gefühlten Beben ist auf die erhöhte tektonische Aktivität zurückzuführen. Es traten im Jahr 2021 vier Erdbeben mit einer Magnitude größer als 4,0 auf, doch im langjährigen Durchschnitt ereignet sich nur ein Beben dieser Stärke pro Jahr. Es gibt aber keinen Trend zu mehr Erdbeben in Österreich, Perioden mit höherem Erdbebenaufkommen wechseln sich mit ruhigeren Zeiträumen ab.