„Cybercrime ist eines der am stärkst wachsenden Kriminalitätsfelder“

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Jeder ist betroffen, erklärt Oberstleutnant Wilhelm Seper, BA., Stv.-Leiter des Cybercrime-Competence-Center des Bundeskriminalamt, im Interview.

Wieso ist das Thema Cybercrime gerade für Unternehmen so wichtig?
Wurden Cybercrimedelikte noch vor 10 Jahren als exotisch und sehr unrealistisch eingestuft, wird es im Jahr 2020 beinahe unmöglich sein, sich in der digitalen Welt zu bewegen ohne mit Cybercrime in irgendeiner Form in Berührung zu kommen. Für das Jahr 2018 wurde eine Steigerung von 16,8 Prozent bzw. 19.627 geahndete Straftaten verzeichnet. Die Dunkelziffer ist hoch. Besonders wichtig ist es, auch kleine Fälle anzuzeigen. Durch Internetauftritte, wie zum Beispiel in sozialen Medien, geraten Unternehmen vermehrt in den Fokus von Kriminellen und sind daher besonders gefährdet, weshalb es umso wichtiger ist ein Bewusstsein für den Bereich Cybercrime zu schaffen.

Warum verlagern sich die Delikte zunehmend in die virtuelle Welt?
Seit Bestehen des World Wide Web nutzen Kriminelle das Internet dazu, strafbare Handlungen zu begehen. Dazu benötigen die Täter keine hochtechnische Ausrüstung, schon mit schlichtem IT-Equipment, wie beispielsweise Smartphones können sie im Internet Straftaten begehen. Aufgrund der Digitalisierung ist es zudem möglich eine große Anzahl an Personen mit verhältnismäßig wenig Aufwand zu erreichen und in weiterer Folge – je nach Absicht des Täters – auch zu schädigen. Das Bundeskriminalamt verfolgt diese Tendenzen schon seit geraumer Zeit und hat es sich zur zentralen Aufgabe gemacht, den Tätern nicht nur das Handwerk zu legen, sondern Internetnutzerinnen und -nutzer präventiv zu informieren und so zu schützen.Denn: die Polizei will Straftaten verhindern, deshalb steht Prävention an erster Stelle.

Was kann man präventiv gegen Cyberdelikte tun?
Die Kriminalität verlagert sich ins Internet und jeder, der damit verbunden ist, kann zur Zielscheibe von Cybercrime werden. Für kleine und mittlere Unternehmen stellen vor allem Betrugsversuche und Erpressungen eine große Gefahr dar. Daher ist es in erster Linie wichtig, ein Bewusstsein für dieses Thema bei den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern zu schaffen und sie im nächsten Schritt auch zu schulen sowie für die Probleme zu sensibilisieren. Die IT Infrastruktur sollte immer an neuesten Stand sein, also regelmäßig upgedatet werden, denn wenn die IT zusammenbricht heißt es schnell und strukturiert zu handeln, um den Schaden möglichst gering halten zu können. Hierfür sind regelmäßig durchgeführte Backups unerlässlich.