„Uns erwarten in der Unfallprävention viele neue Risiken – und Chancen“

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"Uns erwarten in der Unfallprävention viele neue Risiken - und Chancen"; Foto: APA Fotoservice/KFV

Wir leben in einem Zeitalter, in dem wir auf Basis neuer Technologien und Innovationen über alle Sparten und Lebensbereiche hinweg laufend Veränderungen erfahren. Neue Trends, Technologien und Tools haben dabei nicht zuletzt auch Auswirkungen auf die Unfallprävention. Dr. Othmar Thann, Direktor des Kuratoriums für Verkehrssicherheit, berichtet in einem Gespräch von den aktuellen Herausforderungen und Chancen – und über die Auswirkungen der Coronakrise auf das Unfallgeschehen.

Herr Dr. Thann, wo stehen wir momentan in der Prävention von Unfällen im Haushalt und beim Sport?

Was die Prävention von Unfällen betrifft so ist der Sicherheitsstandard in Österreich glücklicherweise sehr hoch. Das ist zum einen auf ein höheres Gefahrenbewusstsein in der Bevölkerung, aber auch auf eine breite Palette an Entwicklungen und die Etablierung wichtiger Sicherheitsauflagen zurückzuführen.

Dennoch kommen gerade im Haushalt angesichts der immer älter werdenden Gesellschaft, aber auch den vielen neuen Entwicklungen im Bereich Smart Home neue Herausforderungen auf uns zu. Und auch im Sport ergeben sich durch den Trend zu E-Bikes und Co neue Gefahren, zugleich aber auch viele Chancen.

Welche Chancen sehen Sie konkret?

Gerade im Freizeitbereich sind in den letzten Jahren viele nützliche Tools entwickelt worden, die zur Erhöhung der Sicherheit beitragen. So gibt es etwa im Sportbereich viele Apps, mit deren Hilfe sich Sportler schon vorab über Gegebenheiten wie die aktuelle Lawinensituation informieren können. Und auch im Haushalt gibt es viele neue Möglichkeiten, wie beispielsweise smarte Bewegungsdetektoren, mit deren Hilfe verschiedene Gefahrenquellen effizient beseitigt werden können.

Lässt sich auch bereits eine erste Bilanz über die Auswirkungen der Coronakrise auf die Entwicklung der Unfallzahlen ziehen?

In der Phase der Ausgangsbeschränkungen konnte in Relation zu dem Verkehrsaufkommen eine unerwartet hohe Zahl an Drogen- und Geschwindigkeitsdelikten detektiert werden. Darüber hinaus ist das Risiko bei den tödlichen Verkehrsunfällen nicht gesunken. Auch im Freizeitbereich mussten wir vermehrt schwere Unfälle bei Handwerkstätigkeiten und der Gartenarbeit, aber auch bei Forstarbeiten und beim Radfahren feststellen.